Batakträgerverein Werpeloh e.V.

Kultur der Batak(völker)

In Sumatra mit seinen rund 50 Millionen Menschen sind die Batak mit sechs Millionen Menschen zahlenm√§√üig wie auch kulturell die f√ľhrende altmalaiische Volksgruppe.
Die Batak gliedern sich nach Sprache und Kultur in zwei Hauptgruppen, die zumeist im Toba Hochland Sumatras leben: Der s√ľdlichen Gruppe werden die Toba-, Angkola- und Mandailing-Batak zugeordnet, w√§hrend man die Simalungun-, Pakpak- und Karo-Batak als Nordgruppe zusammenfasst
Die bedeutendsten Batak-St√§mme sind die Toba (ca. 900.000 Menschen), die s√ľdlich des gleichnamigen Sees und auf der im See liegenden Insel Samosir leben, und die Karo (ca. 400.000 Menschen), deren Siedlungsraum sich um die St√§dte Brastagi und Kabanjahe ausbreitet.

Einige Volksst√§mme Sumatras wie die Aceh und die Malaien sind im ersten bzw. zweiten nachchristlichen Jahrtausend nach Sumatra gekommen. Die Vorfahren der Batak haben dagegen wohl schon l√§nger in den Bergen Nordsumatras gelebt. Sicher ist, dass nach der Zeitenwende die fr√ľhindonesische Kultur von Indien stark beeinflusst wurde. Dies wird u.a. in der Schrift der Batak deutlich, die auf indische Vorbilder zur√ľckgeht. In der Sprache der Batak finden sich etwa 200 Lehnw√∂rter aus dem Sanskrit.

Bei allen Batakv√∂lkern ist das Dorf die wichtigste soziale und politische Einheit. Viele Batakd√∂rfer waren wohl durch Erdw√§lle mit intensiver Bepflanzung oder Steinw√§lle befestigt und nicht frei zug√§nglich. Besonders in fruchtbaren Gebieten war ein solcher Schutz offenbar notwendig, da die Batak untereinander eine kriegerische Kultur pflegten, mit vielen K√§mpfen zwischen den einzelnen D√∂rfern, mit Kopfj√§gerei und rituellem Kannibalismus. Wobei vor allem letztere Praxis durch fr√ľhe Reiseberichte und Erz√§hlungen lange Jahre das √∂ffentliche Bild der Batak in der sog. zivilisierten Welt bestimmte.

Die grundlegende soziale Gruppe ist die marga. In dieser Gruppe kommen Anh√§nger verwandter Sippen zusammen, die ihre Verwandtschaft auf einen gemeinsamen Ahnen zur√ľckf√ľhren. Im t√§glichen Leben sind in erster Linie die pers√∂nlichen und famili√§ren Beziehungen im eigenen Dorf wichtig. Aus der gesellschaftlichen Position leiten sich Rechte und Pflichten jedes einzelnen im t√§glichen und zeremoniellen Leben ab. Ein wichtiges gesamtgesellschaftliches Ziel ist es daher, dieses komplizierte Beziehungs- und Abh√§ngigkeitsgeflecht aufrecht zu erhalten.

Vorkoloniale Wirtschaftsformen waren in Abh√§ngigkeit der unterschiedlichen Bodenverh√§lt-nisse vor allem der Anbau von Reis, Zuckerrohr, Gem√ľse und Kr√§uter (z.B. Pfeffer und Nelken). Durch fr√ľhkoloniale Einfl√ľsse kamen dann ab dem 16. Jahrhundert Tabak und Mais hinzu. Daneben betrieb man Viehzucht; dies alles im Rahmen der Selbstversorgung. Die Kolonisierung brachte dann einen enormen Umbruch mit sich. Verkehrszentren entstanden und wurden miteinander verkn√ľpft. Beim Reisanbau konnten durch Bew√§sserung die Ertr√§ge gesteigert werden, der Anbau von Kaffee, Kartoffeln, Tomaten und Kohl wurde eingef√ľhrt. D√ľngemittel erlaubten bis zu drei Ernten im Jahr.

Die Volksstämme der Batak haben sich inzwischen vermischt und bestehen nicht mehr nur in den alten Grenzen. Errungenschaften der modernen Zivilisation wie Fernseher, Internet, Mobiltelefon sind auch bei ihnen etabliert. Die Globalisierung hat Einzug gehalten auch in die entlegenen Dörfer der Bergregionen und droht die alte Kultur zu verdrängen.
Sensibilisiert durch den Massentourismus und im Wissen, dass sie eine Minderheit in den √ľber 250 Ethnien Indonesiens sind, versuchen viele Batak heute, ihre uralte Kultur zu erhalten bzw. wiederzubeleben.

√Ėffnungszeiten

Geöffnet ist das Batakhaus von Ostern bis Ende September sonntags 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

Eintritt

Erwachsene: 1 Euro
Kinder ab 6 J.: 0,50 Euro
F√ľhrungen f√ľr Gr.: 10 Euro

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